Christian Morgenstern Gedichte

 

Eine Wahrheit kann erst wirken, wenn der Empfänger für sie reif ist. Nicht an den Wahrheiten liegt es daher, wenn die Menschen noch so voller Unweisheit sind.

Christian Otto Josef Wolfgang Morgenstern geboren am 6. Mai 1871 in München, gestorben am 31. März 1914 in Meran, Villa Helioburg, Untermais.

Er war ein deutscher Dichter, Schriftsteller und Übersetzer. Besondere Bekanntheit erreichte seine komische Lyrik, die jedoch nur einen Teil seines Werkes ausmacht.

Eltern und Ausbildung

Sein Vater war Carl Ernst Morgenstern, Maler, Sohn des berühmten Landschaftsmalers Christian Morgenstern.

Seine Mutter war Charlotte Morgenstern, geborene Schertel, auch ihr Vater war Maler. Ihrer Verehrung für Wolfgang Amadeus Mozart verdankt Christian Morgenstern seinen vierten Vornamen. Beim zweiten und dritten Vornamen handelt es sich um die Namen von Verwandten.

Als Christian Morgenstern 10 Jahre alt war, starb seine Mutter an Tuberkulose. Er hatte sich bei ihr angesteckt und litt sein gesamtes Leben unter den Folgen. Insgesamt hatte er keine besonders glückliche Kindheit. Er wurde hin und hergeschoben, zwischen einem Patenonkel, einem Internat, in dem die Prügelstrafe eingesetzt wurde und seinem Vater.

1889 besuchte Christian Morgenstern eine Militär-Vorbildungsschule, die er allerdings nach einem halben Jahr abbrach und ein Gymnasium in Sorau besuchte. Dort gehörten Felix Dahn und Werner Sombart zu seinen bedeutendsten Dozenten.

Zusammen mit Freunden gründete Christian Morgenstern die Zeitschrift „Deutscher Geist“ und stellte sie unter das Motto „Der kommt oft am weitesten, der nicht weiß, wohin er geht,“ einem Zitat, das Oliver Cromwell zugesprochen wird.

Schließlich begann er ein Studium der Nationalökonomie, das er aufgrund seiner Krankheit nicht beenden konnte.

Liebe und Familie

Das Verhältnis zu seinem Vater war nie besonders gut, dieser hatte immer eine Offizierslaufbahn für Christian Morgenstern anvisiert, und gab seinen Sohn lieber in die Obhut von Fremden.

Außerdem war der Vater, der finanzielle Unterstützung immer wieder zurückwies. So zum Beispiel von Freunden, die einen Kuraufenthalt in Davos hätten bezahlen wollen, oder dem Dozenten Dahns, der Christian Morgensterns Studium bis zum Referendar finanziert hätte.

Als Carl Ernst Morgenstern zum dritten Mal heiratete, brach die Verbindung zu seinem Sohn fast völlig ab. Erst 1894 versuchte er sich seinem Kind wieder anzunähern.

Im Juli 1908 lernte Christian Morgenstern die Margareta Gosebruch von Liechtenstern in Bad Dreikirchen kennen, und heiratete sie zwei Jahre später, nach einer schweren Krankheit, am 7. März 1910.

Das Leben

Christian Morgenstern war in seinem gesamten Leben, durch seine Tuberkulose immer wieder zu Kuraufenthalten und Auszeiten gezwungen. Seine vielen Reisen - unter anderem nach Helgoland, Sylt, Salzburg, Norwegen und Rom - unterstützten seine gesundheitlichen Zustand nicht sonderlich.

Nach der angebotenen finanziellen Unterstützung, die sein Vater abgelehnt hatte, entschied Christian Morgenstern sich, als Schriftsteller zu leben.

1894 zog er nach Berlin. Sein Vater versuchte startete einen Versöhnungsversuch und half ihm eine Stellung an der Nationalgalerie zu bekommen.

Im Oktober 1897 unterzeichnete Christian Morgenstern einen Vertrag mit dem S. Fischer Verlag, der die Übersetzung von Werken von Henrik Ibsen betraf, obwohl er die norwegische Sprache noch nicht beherrschte.

Er war eine Weile Dramaturg bei Felix Bloch Erben und ab 1903 arbeitete er als literarischer Lektor im Verlag von Bruno Cassirer, mit dem er auch befreundet war.

1909 lernte er Rudolf Steiner kennen, der Vorträge in Berlin hielt und mit dem er sich sehr eng anfreundete. Christian Morgenstern trat der von Steiner geführten „Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft“ bei. Bei der folgenden Spaltung dieser Organisation, 1912/1913, blieb er aufseiten Steiners und wurde Mitglied der „Anthroposophischen Gesellschaft“.

In seinen letzten Jahren hörte er immer wieder Vorlesungen Steiners, oder ließ seine Frau daran teilhaben und ihm nachher davon berichten. Er wollte Steiner sogar für den Friedensnobelpreis vorschlagen, der Brief wurde aber nie abgeschickt.

Ab 1910 lebte Christian Morgenstern in Italien und wurde immer wieder von schwerer Krankheit heimgesucht.

1912 erhielt er eine Spende der Deutschen Schillerstiftung in Höhe von eintausend Mark.

Nach seinem Tod am 31.März 1914 wurde Christian Morgenstern am 4. April in Basel eingeäschert. Die Urne wurde von Rudolf Steiner aufgehoben, bis man sie im neuen Goetheanum aufstellte.

Seine Werke

1893 verfasste er Sansara, eine humoristische Studie.

Während seiner Zeit in Berlin beschäftigte er sich mit Friedrich Nietzsche sowie Paul de Lagarde. Er schrieb für die Zeitschriften "Tägliche Rundschau" und "Freie Bühne" und verfasste einige Artikel für die Zeitschriften "Der Kunstwart" und "Der Zuschauer".

Im Frühjahr 1895 erschien sein erstes Buch „In Phanta’s Schloß“, ein Gedichtzyklus.

1897 übersetzte er die autobiografischen Aufzeichnungen „Inferno von August Strindberg“ aus dem Französischen.

1903 übersetzte er Knut Hamsun und Bjørnstjerne Bjørnson.

1905 erschienen seine „Galgenlieder“, er las Fjodor Michailowitsch Dostojewski und beschäftigte sich mit Jakob Böhme, Fechner, Fichte, Hegel, Eckhart von Hochheim, Fritz Mauthner, Spinoza und Tolstoi.

1909 übersetzte er Knut Hamsun.

1910 begann seine Zusammenarbeit mit dem Verleger Reinhard Piper, die bis zu seinem Lebensende anhielt.

1913 übersetzte er Gedichte von Friedrich dem Großen aus dem Französischen.

Nach dem Tod von Christian Morgenstern, gab seine Witwe zahlreiche seiner Werke heraus, die sie teilweise neu ordnete und mit bisher unveröffentlichten Teilen des Nachlasses ergänzte. Nur etwa die Hälfte des Werkes war zu Lebzeiten Morgensterns veröffentlicht worden.

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